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Holz
Qualität zu erkennen, ist das Schwierigste. Denn zum Beispiel ist nicht alles, was als "massives" Holz angeboten wird, auch massiv, dass heißt durchgehend aus einem Stück Holz gebaut. Viele sehen nämlich in dem Wort "massiv" nur ein Synonym für schwer und hochwertig.


massives Holz: Ob ein Möbelstück auch wirklich massiv ist, ist besonders an den Kanten (Tischkante, Kommodenoberfläche) zu erkennen. An diesen Kanten, dem Wechsel von der Oberfläche zur Seitenfläche, muss die Maserung durchgehend sein und nicht abrupt wechseln.


Furnier: Möbel mit einem hochwertigen Furnier wie Palisander oder Wurzelholz wurden vor allem bis weit in die 50er Jahre hinein mit einem Weichholzkern versehen. Das heißt, dass Möbelstück wurde aus massivem Weichholz (Fichte, Kiefer, Tanne) gebaut und hinterher mit dem teuren Furnier belegt. Ein "echtes" Holzfurnier besteht aus hauchdünn geschnittenem massivem Holz. Dieser Möbelaufbau ist meist nur von unten, also auf den Standflächen zu erkennen.



Schichtholz besteht aus gesperrtem Holz, dass heißt dünne Holzplatten werden abwechselnd quer zu ihrer Holzmaserung verleimt. Durch diesen Wechsel in der Holzmaserung ("Sperren") wird verhindert, dass sich das Brett verzieht, sprich krumm und schief wird. Ebenso wird die Stabilität des Bretts erhöht. Gesperrtes Holz wird zum Beispiel bei hochwertigen Holzstühlen wie den Paimio von ALVAR AALTO oder die Pagholzstühle von FLÖTOTTO verwendet, wo durch heißem Wasserdampf der Schichtaufbau leichter und stabiler in runde Formen gebracht wird.



Sperrholz: Feine bis grobe Holzspäne werden meist mit Klebstoff zu Brettern verdichtet. Furnierte Möbel mit Sperrholzkern sind schon in den 20er Jahren gebaut worden. Blumen und Früchte aus den 30er Jahren - der Zeit des "Hitlerbarocks" sind meist in Formen mit Holzspänen und Kleber verpresst worden, also nicht - wie meist vollmundig angepriesen - geschnitzt worden.

Einen Boom erlebten Sperrholzmöbel in den 50er Jahren als Leicht-baumöbel, gerne mit pflegeleichten Kunststoffoberflächen wie Resopal. Der zweite Boom billiger Sperrholzmöbel startete in den 70er und 80er Jahren und hält bis heute an, wobei hier gerne die Kunststoff-folien Holzoberflächen imitieren. So pflegeleicht sie zu damaligen Zeiten angepriesen wurden, sind leider die Kunststoffoberflächen nicht. Dringt Feuchtigkeit an den Kanten oder von unten in das Möbelstück, quillt das Sperrholz auf und die Kanten reissen auf. Leider lassen sich aufgerissene Kanten nicht gut kaschieren. Besonders an Badmöbeln oder Kücheneinrichtungen sind aufgerissene Kanten zu erkennen.
Im Übrigen sind Möbel aus massivem Holz leichter als Sperrholzmöbel, da durch die Verdichtung der Holzspäne mit Klebstoff eine höhere Dichte und damit mehr Gewicht verbunden ist.


Weichholzmöbel, meist aus Kiefer, Tanne, Fichte, stehen in dem schlechten Ruf zu empfindlich zu sein - leider. Erstens niemals Weichholz lackieren oder mit Buntlack streichen: Eine Macke bleibt eine Macke, da das Holz versiegelt ist. Zweitens Weichholz am besten nur ölen: Wir leben nicht mehr in Zeiten mit gestampften Böden oder nassen Wänden. In unseren meist zu trocken klimatisierten Wohnräumen finden es geölte Holzmöbel wunderbar. Geöltes Holz ist atmungsaktiv, feuchtigkeitsregulierend, hat weniger Bakterien und sonstiges Gedöns durch seinen natürlichen Säureschutz. Eine Macke in geöltem Holz kann mit heißem Wasser ausgebessert werden. Die geschädigten, gedrückten Fasern quellen durch das heiße Wasser wieder auf, eine glatte Oberfläche entsteht wieder. Wasserringe können mit Zigarettenasche und Zitronensäure (dunkles Holz) oder Zahnpasta und Zitronensäure (helles Holz) entfernt werden. Ansonsten beachten Sie, dass Patina gerade bei Weichholzmöbeln das Schönste ist!

Abbeizen von Lacken: Lackierte Weichholzmöbel können am besten mit OSMO Beize entfernt werden. Achtung, das rosafarbene Zeug riecht nett erdbeerartig, ist aber trotzdem nur in gut belüfteten Räumen und am besten bei Temperaturen über 15 Grad zu verwenden. Gelegentliches feines Aufsprühen von Wasser durch eine Blumenspritze beschleunigt den Prozess. Ich habe mit OSMO schon so einiges abgebeizt und leider auch viele andere beworbene Beizen benutzt. Geklappt hat es aber am besten mit OSMO (Nein, wir werden nicht gesponsert...). Bitte beachten - Abbeizen sind kein Kinderspiel, es dauert, es riecht und sind bei aller Umweltfreundlichkeit trotzdem giftig ...

Das Schönste an den mit OSMO abgebeizten Holzmöbeln ist aber, dass sie nicht beim Ölen so extrem nachdunkeln wie wenn die Möbel bei einer professionellen Abbeize in ein Säurebad getaucht werden.
Wer auf farbige Möbel steht, kann vor dem Ölen, rohe oder abgebeizte Flächen mit wasserverdünnten, hochwertigen Acrylfarben wie z.B. LASCAUX einfärben. Bitte keine Dispersion- oder Wandfarben verwenden; der hohe Kreideanteil überdeckt die schöne Holzstruktur und verschließt die Poren.
An kleinen Stücken habe ich auch mit Rote Beete Saft in Essigessenz gute Erfahrung gemacht.


Auch Licht möchte richtig eingesetzt werden:  Beleuchtung